Was macht denn unser Mann mit dem Besen-Fahrzeug wenn kein Stadtlauf ist ?


Von einem, der sich aufmachte, mal wieder einen Wettkampf zu bestreiten:

Nachdem ich lange Zeit wegen starker Kniebeschwerden von der Bildfläche verschwunden war, hat es mich dann doch in den Fingern gejuckt, mal wieder einen Wettkampf zu bestreiten. Ich hatte mich gefragt, ob es überhaupt sinnvoll ist, einen Triathlon zu bestreiten, wenn man eh nicht richtig laufen kann und schon im Voraus klar ist, dass man letzter wird.

Lange hatte ich hin und her überlegt; so lange bis der Wettkampf, für den ich mich dann entschieden hatte, total ausgebucht war. So ein Mist. Jetzt, wo ich zu allem entschlossen war und dann diese Pleite. Eine Alternative musste her und ohne lange zu zögern habe ich mir den Swim und Run Cologne ausgeguckt. Schwimmen kann ich nicht gut und Laufen schon gar nicht. Was hatte ich also zu verlieren als jede Menge Spaß zu haben.Smile

 

Es war dann wirklich ein super Tag am Fühlinger See. Wirklich ein Highlight in diesem Jahr. Gut, dass ich mich angemeldet hatte. Schon mit den durchtrainierten Männern und Frauen in einer Warteschlange bei der Startkartenausgabe zu stehen. Der Hauch von Wettkampf, der in der Luft hing und die Nervosität, die in mir aufstieg. Herrlich ! Ich war schon einmal vor ein paar Jahren an diesem See gewesen, allerdings zu einem Triathlon. Damals hatte ich die Wassertemperatur falsch eingeschätzt und als ich damals auf dem Steg saß, um ins Wasser zu springen, war es dann so „arsch- kalt“, dass ich mich nicht überwinden konnte ins Wasser zu springen. Bin dann auf dem Steg zu lange sitzen geblieben, und hab den Start verpasst. Dieses Mal hatte ich vorgesorgt. Ich hatte mir meinen Neoprenanzug mitgebracht. Ich hatte zwar noch überlegt, ob ich ihn wirklich anziehe, aber mich dann doch dazu entschlossen. Alles lief bestens. Ich war pünktlich am Ort, konnte noch was gemütlich trinken, habe meinen Platz in der Wechselzone eingerichtet und dann meinen Neopren aus dem Auto geholt. Dann ein Blick in meine Kiste geworfen. „Wo, lieber Jürgen ist eigentlich deine Schwimmbrille ?“ habe ich mich dann irgendwann vor dem Start gefragt. Sie lag natürlich noch im Badezimmer zu hause. Kein Zweifel, ich hatte sie nicht in meine Kiste gelegt. Was tun ? Aufgeben ? Die Klamotten in mein Auto bringen und nach hause fahren ? Die Strecke mit Brustschwimmen bewältigen und als letzter ankommen ? Da gab es noch einen Verkaufsstand, die alle möglichen Sport- Klamotten verkauften. Da bin ich dann hin wie der Blitz und wurde mit den Worten empfangen: “ Da hat jemand seine Schwimmbrille vergessen“. Habe dann mehrere Brillen angepasst, so als wenn überhaupt keine Zeitnot wäre (die Wettkampfbesprechung war schon voll im Gange ) und eine gekauft. Hoffentlich ist die Brille wirklich dicht, aber besser mit einer undichten, als ganz ohne. Und was soll ich sagen: Es hat funktioniert.

Ich hatte eine Badekappe für die doppelte Schwimmdistanz auf. Als ich aus dem Wasser stieg, wurde ich von dem Sprecher als schnellster Schwimmer der Mitteldistanz begrüßt: „Ein wahnsinnig schneller Schwimmer“. Ungläubig musterten mich einige Zuschauer, wie es möglich ist, dass so ein alter Knacker so schnell schwimmen kann. Ich rief „Ich bin von der Kurzdistanz, bin nicht der erste“, aber man winkte mich nur weiter. Und danach ging’s ans Laufen. Ich hatte mir noch einen Tag zuvor, also am Samstag, neue Laufschuhe mit besonders großer Dämpfung gekauft. Nebenbei bemerkt. Es waren die teuersten, die im Laden standen *g* Und ich bin 7 Km rund um den See gelaufen, habe sogar noch einige (Frauen) überholt. Es war nur noch schön. Heute tun mir natürlich die Knie weh, aber was soll’s. Dann gab es doch noch ein Missgeschick. Kurz vor dem Ziel gab es noch einen Getränkestand und ich dachte, ich wäre schon im Ziel. Habe mich in den Schatten gestellt und gemütlich meinen Becher ausgetrunken. Irgendwann kam mir das doch komisch vor, dass die ganzen Leute, dich ich vorher mühsam überholt hatte, ohne zu stoppen an mir vorbeiliefen. „Ich war ja noch nicht im Ziel“, klingelte es auf einmal bei mir. Habe noch mal Gas gegeben. Na ja, was soll’s. Die Platzierung ist Nebensache. Es war einfach nur klasse; oder geil, wie die Kiddies zu sagen pflegen Habe mich tierisch gefreut und mich am Montag für einen Triathlon in unserer Nähe angemeldet.

Ja, das war Swim and Run von Cologne in Kurzfassung. Wie ihr seht, mit mir ist also wieder zu rechnen. Ihr könnt euch ja schon mal warm anziehen, wenn ich beim nächsten Mal wieder dabei bin. Dann vielleicht die doppelte Distanz. Die entsprechende Badekappe dafür habe ich ja schon.


Jürgen

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