24h-Schwimmen – Januar 2017 – Aachen – Ein Bericht von Martin Donadt


Ich tippe nun hier einfach mal beherzt in die Tasten um ein durchaus erwähnenswertes sportliches Highlight der Wettkampfmannschaft des AS Düren 12 zu würdigen. Es liegt zwar schon einige Tage zurück aber in anbetracht des „spektakulären“ Wettkampfformats macht mir die Aktualität des Berichts keine große Sorge.

Berichten werde ich hier über das 2. Aachener 24 Stunden Schwimmen, welches am Wochenende vom 14./15. Januar in der Aachener Osthalle vom Brander SV und den Schwimmern des ASV06 ausgerichtet wurde. Man muss das Schwimmen schon sehr lieben um sich, durch Neugier und Abenteuerlust angestachelt, für „lächerliche“ 5 € Startgeld auch wirklich anzumelden.
Die Qualifkationshürde um bei einem solchen „Extrem-Wettkampf“ mitzumachen wird vom Veranstalter sehr „tief“ gehalten um durch eine ausreichende Schwimmerzahl zumindest etwas „finanziellen Ertrag“ zu erreichen, es darf jeder starten, der in der Lage ist mindestens 100 m an einem Stück zu Schwimmen. Lächerlich eigentlich, aber da fängt es halt an interessant zu werden, denn diese 100 m schwimmen erfahrene Wettkampfschwimmer ab einer gewissen Altersklasse beständig in den regelmäßigen Wettkämpfen. Es gibt für sportliche Schwimmer ein großes Spektrum an verfügbaren Wettkampfstrecken, viele davon begeistern Millionen alle vier jahre bei olympischen Spielen, dort wird im Becken zwischen 50m bis 1500m alles angeboten, auch gibt es in offenen Gewässern Langstrecken Wettkämpfe die bis 25 Km reichen.

Aber was schwimmt ein „normaler“ Jugendlicher, heranwachsender oder ein Senior/Altersklassen-Athlet wenn man ihm 24 Stunden Zeit lässt? Gibt es das? Einen Menschen der 24 Stunden durchschwimmt? Klares Nein, der Mensch ist ein „Landsäuger“, das Wasser ist nicht „sein Element“ obschon sich der Mensch oftmals liebend gerne am oder im Wasser aufhält. Man bedenke nur die Millionen Touristen die alljährlich die Strände an den Küsten der Meere oder die kühlen klaren Seen im Landesinneren „belagern“ um sich zu entspannen.

Genau diese Herangehensweise sollte man in sich tragen um die 24 Stunden meistern zu können, man muss sich trotz starker Anstrengung beim Schwimmen immer noch Entspannen können, manchen gelingt das gut, einige versuchen es mit etwas ähnlichem wie „einem Schwimmplan“ aber für die herausragenden Ausdauer-Schwimmer ist es „das Wissen“, dass man es kann! Natürlich gibt es durch den Veranstalter auch eine dokumentierte Rangliste, aber was sagt diese Liste dann noch groß aus? Anfangs hatte ich es schon kurz angeschnitten, es handelt sich wirklich um einen Extrem-Wettkampf und daher ist es auch legitim wenn sich jeder der diese 24 Stunden durchhält und versucht sein eigenes optimales Ergebnis zu erreichen ein Gewinner. Er/Sie machen die Erfahrung, dass im Leben nicht immer nur die Schnelligkeit zählt. In diesem speziellen Fall ist Ausdauer und Beharrlichkeit gefragt auch wenn es anfängt „unbequem“ zu werden.

Und das wird es, vor allem bei der Créme de la Créme unter diesen „Sonderlingen“. Die Grenzen sind natürlich individuell verschieden, als Beispiel sei hier nur die amtierende Rekordhalterin, Vera Niemeyer, genannt. Sie hatte diesen Rekord im Vorjahr sehr „locker“ auf beeindruckende 80 Kilometer geschraubt, daher hatte sie sich für dieses Jahr gewaltige 100 Km als Ziel gesetzt, um es vorweg zu nehmen, das ist ihr nicht gelungen, es wurde „nur“ ein neuer deutscher Rekord von 81 Km! Bäm, da war sie, die unsichtbare Grenze die auch „Extremsportler“ immer wieder überwinden wollen, einzig es gibt für „Landsäuger“ im Wasser viel zu viele Variablen die einen Erfolg zu dem machen was er für jeden sein sollte: Etwas Einzigartiges. Es war nicht das erhoffte Ergebnis, aber auch wenn´s mal „schlecht“ läuft hat man als Sportler/in meist noch einen „Plan B“ in der Tasche die einen zu außergewöhnlichen Leistungen treibt. Und so muss sie wirklich da herkommen, aus dem „tiefsten Inneren“, sie wird nur von den wenigsten „empfangen“, die Stimme die zu dir flüstert: Schwimm weiter, du kannst es!

Im Grunde sind hier auch nur die versammelt, die es von klein auf vermittelt bekommen, gute Technik sollte man schon anwenden und umsetzen um die Schäden für „Leib und Seele“ so gering wie möglich zu halten. Aber Technik hin, Ausdauer her, das Wissen um die Physik alleine sagt einem, um sich im Wasser fortzubewegen muss man beständig die Menge an Wasser verdrängen/auf Seite schieben die man an Körpervolumen mitbringt in´s Wasser. Kurz gesagt, beständiger „Kraftsport“ gepaart mit Strömungstechnik!
Diese Erklärungen und „Ausschweifungen“ sind leider meiner eigenen Faszination für ausdaurndes „Sporttreiben“ geschuldet, aber vorest strebe ich erstmal an „Land“ erreichbares an. Grundsätzlich könnte ich mir aber eine Teilnahme im nächsten Jahr schon vorstellen, weil 100 Meter am Stück schaffe ich auch. Die „phänomenalen“ Kilometerleistungen der Dürener Wettkampfmannschaft sollte man sich lieber nicht als „Messlatte“ legen, sonst ist die Gefahr des Scheiterns einfach zu groß 😉

Beste Dürenerin wurde Noa Seidensticker mit 30 Km, dicht gefolgt von Anna Donadt (26 Km), Kira Mehner (25 Km) und mit 23 Km folgte „Trainer“ Walter Haar als bester männlicher Dürener, wiederum knapp dahinter David Peters (22,150 Km), Melina Buchholz (20,05 Km)Hanna Vermeegen (20 Km), Nicole Haar (18,5 Km), Matthias Bovelett (15 Km) und Laurin Schumacher (ebenfalls 15 Km), Kevin Kalla (12,5 Km) Jürgen Barz (12,050 km), Niels Schumacher (10 Km), ebenso Stefan Schumacher (10 Km) und Saskia Strosing (6,5 Km).

Das ergibt eine unfassbare Gesamtstrecke von 265750 m die zusammen erschwommen wurden und als „Kollektivergebnis“ in diesem Jahr erbracht wurden.
Ein tolles Teamwork!

Martin Donadt

 

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